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Schon gewusst?


Die Saga vom Super-Kuli

Es war zur Zeit des kalten Krieges als die Amerikaner und die Sowjets um die Eroberung wetteiferten.

Nachdem die ersten Erfolge - die ersten bemannte Weltraumflüge - vollbracht waren, stellte sich eine ganz pragmatische Frage. Die Astronauten und Kosmonauten brauchten einen Stift, der auch unter den extremen Bedingungen im All funktionieren konnte. Die Amerikaner begannen mit der Entwicklung und nur wenige Jahre und 1 Millionen Dollar später war er fertig, ein Kugelschreiber, der problemlos unter den widrigen Umständen im All schrieb. Und die Russen? Nahmen einfach einen Bleistift.

So lautet zumindest die Sage. Ganz so schwarz-weiß war die Entwicklung damals freilich nicht. Richtig ist, dass die ersten Männer im Weltall tatsächlich zunächst mit Bleistiften auskommen mussten. Diese erwiesen sich jedoch als recht gefährlich so hoch über den Wolken. Zum einen stellen die Hauptbestandteile des Bleistiftes, Holz und Grafit, in der sauerstoffreichen Luft eines Raumschiffes ein sehr hohes Brandrisiko dar. Und zum anderen bricht die Minenspitze gerne und leicht ab, wie ihr sicherlich auch schon erfahren habt. In der Schwerelosigkeit kann das eine ziemlich große Gefahr darstellen, die Minen können aus Versehen eingeatmet werden, in die Augen und Ohren pieken oder im schlimmsten Fall sogar in die Elektronik des Raumschiffs geraten. Und dort führen die kleinen Grafitminen schnell zu einem Kurzschluss.
Die Sowjets begnügten sich daher mit einfachen Kugelschreibern, die dort oben auch ihren Dienst taten -wenn auch mehr schlecht als recht. Die Entwicklung des "Space Pens" also des Superkugelschreibers, geht ebenfalls nicht auf die NASA zurück. Den Ehrgeiz einen solchen Stift zu entwickeln hatte ein einzelner Mann, Paul C. Fisher. Bereits seit 1948 produzierte er Kugelschreiber und setzte sich das Ziel, das beste und zuverlässigste Schreibgerät der Welt zu entwickeln. Die Entwicklung des "Space Pen" kostete ihn mehr als 1 Million Dollar und wohl auch einige Jahre Zeit. 1965 war es soweit, heraus kam ein einzigartiger Stift. Dank einer hermetisch abgeschlossenen Gasdruckmine schreibt der "Space Pen" nicht nur im Weltraum. Auch unter Wasser, über Kopf, auf fettigem Untergrund, bei bis zu 143 Grad Hitze und -34 Grad Kälte ist er stets ohne Zögern einsatzbereit. Und das auch noch nach 100 Jahren Schublade. Ein wahres Meisterstück.
Arm gemacht hat ihn diese Entwicklung übrigens nicht. Die NASA kaufte 1967 für ihren Apollo-Flug gleich 400 dieser Superstifte. Und auch die Russen griffen zu, nur zwei Jahre später orderten sie 100 Stifte und ganze 1.000 Nachfüllminen.

Wir bedanken uns bei Arne Lambertz und www.jugendfotos.de für das erste Foto.


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